Lebendige Geschichte
Das große Gebäude von der Straßenseite aus - wie es heute noch Vorbeiwandernde wahrnehmen

Hof, Mühle, Schankwirtschaft, Pilgerlager über Jahrhunderte, heute nur noch Privathaus für Familie und Freunde


Wie viele Pilger oder Wanderer wohl über die Jahrhunderte hinweg an dem alten Gemäuer im niederösterreichischen Schneeberggebiet vorbeigewandert sein mögen? Mit wie viel Hoffnung? Wie viele wohl eingekehrt sein oder dort sogar übernachtet haben mögen? Genau hier führt noch immer der Pilgerweg von Osten, von Wiener Neustadt kommend, nach Mariazell zur Gnadenstatue der „Magna Mater Austriae“ vorbei, dem wichtigsten Wallfahrtsziel in Österreich. Das alte Gemäuer birgt heute jedoch keine Schankwirtschaft, keinen Küchenbetrieb und keine Übernachtungsmöglichkeit für Wanderer oder Pilger mehr. Denn behutsam wird das Haus zu reiner Privatnutzung für eine Familie samt Freunden umgebaut.
Noch immer liegt der ehemalige Höchbauer-Hof unübersehbar an der Straße durch das Tal in der Vois genannten Landschaft in der Gemeinde Schwarzau im Gebirge. Doch es ist normalerweise stiller geworden heutzutage, sieht man einmal von dem Tross an Motorrädern ab, die vor allem in der Sommerzeit an Sonntagen durch das Tal röhren.
Die Wurzeln des Hofs gehen wohl bis ins Mittelalter zurück. Eine erste Erwähnung in den Akten findet sich bereits für das 12. Jahrhundert, der Hof eines Bauern Tiburtius auf der Höch schließlich im Jahr 1569, bei der auch eine Mühle genannt wird. Ältere Grundbücher, die es sicher gegeben hat, sind verschollen oder verloren.
Ein alter Lindenbaum überschattet den zwischen Haupt- und Mühlenhaus gelegenen kleinen Hof
Versprengte Einheiten des türkischen Heeres haben den Hof jedoch offenbar bei der Zweiten Türkenbelagerung Wiens im Jahr 1683 „völlig spoliert“, also zerstört, und die gesamte Ernte vernichtet. Bis zur ersten Steuererfassung durch Kaiserin Maria Theresia im Jahr 1751 wurde er aber wiederaufgebaut; denn hier wird er verzeichnet. Ein Stich von 1815 zeigt das prächtige aus mehreren Gebäuden bestehende Anwesen mit dem Mühlenhaus, dessen Wasserräder von dem im Talgrund fließenden Voisbach angetrieben wurden. Im Hofgefüge war auch die örtliche Dorfschule untergebracht.
Seit der Zeit um 1800 wurde die Wanderung um den Schneeberg Mode, und schon in der Biedermeierzeit war der Höchbauer-Hof ein sehr beliebter Platz für Rast oder Übernachtung. Es ist belegt, dass auch der Dichter und Schriftsteller Franz Grillparzer mit zwei Freunden hier im Jahr 1831 einkehrte. Die Gastwirtschaft wurde fortgeführt bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jh. hinein. Zwischenbesitzer waren später unter anderem eine holländische Familie und ein Motorradclub. Dann lag das geschichtsträchtige Haus für einige Jahre im Dornröschenschlaf und der Zahn der Zeit nagte daran. Bis eine Architektin aus Baden bei Wien das Haus im Jahr 2008 kaufte.



Baute sie früher als Oberbaurätin in der Hochbauabteilung der ÖBB über 10 Jahre auch unter anderem Stellwerke und Bahnhofsgebäude, so wechselte sie schließlich an die Höhere Technische Lehranstalt HTL 3 in Wien (heute: Camillo Sitte Bauschule Wien) und damit in die Lehre und brachte fast drei Jahrzehnte lang als Professorin angehenden Bautechnikerinnen und -technikern und aufstrebenden Bauhandwerkern die Architekturfächer näher (Baukonstruktion, Bauphysik/ Materialkunde, Techni-sches Zeichnen/CAD, Freihandzeichnen, Baustilkunde und Entwerfen). Nun also die Vois. Seitdem kehrt wieder Leben in das alte Gemäuer zurück. Die neue Eigentü-merin baut das Anwesen für ihre privaten, nur der Familie zugedachten Bedürfnisse um. Darüber freuen sich inzwischen schon mehrere Enkel.



Zum Haus gehört ein sehr großes Grundstück.


Im Obergeschoss hat sich die Hausherrin im vorspringenden Risalit-Bau zwei mehrräumige Apartments für sich selbst und für die Familie und Gäste geschaffen. Die ehemaligen Gastzimmer, die beiderseits des langen Flurs im Flügelbau liegen, werden jetzt der Reihe nach behutsam umgebaut oder renoviert. Sie nehmen bei den nicht selten stattfinden Festen Gäste auf.
Das Dachgeschoss besteht aus einem offenen Bühnenboden, der den Blick auf die Holzverschalung des Dachs und den First freigibt. Ein beeindruckend großer Raum, eigentlich eine Halle. Dort konnten Pilger früher ein einfaches Nachtlager in Form einer schlichten Matratze bekommen.
Die neue Hausherrin will das Haus zunächst einmal komplett für sich selbst und ihre Familie herrichten. Allerdings ließe die reine Größe des Hauses auch eine weitere Nutzung vielleicht als Seminar- oder Gästehaus zu. Darüber denkt sie derzeit noch nach.
Aus dem vor dem Haupthaus liegenden, über einen kleinen Vorhof erreichbaren ehemaligen Mühlenhaus, dessen Mühlräder längst vergangen sind, will sie ein Studio- oder Atelierhaus machen.
Im Zuge der umfangreichen Renovierungsarbeiten, die im Inneren des Haupthauses schon an vielen Stellen fortgeschritten sind, stand nun ein richtig großer „Brocken“ an: ein neues Dach. Bei der zu bewältigenden Gesamtfläche ein durchaus aufwendiges Unterfangen! Das alte Dach aus Eternitrhomben war nach einem Brand im Jahr 1960 eingebaut worden und verfügte über eine Vollschalung ohne Unterdach. Die größten Schäden verursachten die nie gewarteten, verrosteten alten Bauteile wie die Saumrinnen, die Verwahrung der Flugsparren und die Verblechungen der Ichsen. Die alten Eternitplatten wurden fachgerecht entsorgt. Die Schalung war glücklicherweise zu großen Teilen noch brauchbar erhalten, nur bei den Vordächern und Dachvorsprüngen war die Unterkonstruktion verfault und musste erneuert werden. Die Dachhaut des Mühlenhauses wurde zunächst von der Sanierung ausgenommen, weil dessen Rolle zur Energiegewinnung noch geklärt werden muss.

Die in Bauwesen und Materialkunde äußerst versierte Eigentümerin entschied sich, das Haus mit einer Quadrat-Schindel aus Aluminium (51 cm x 51 cm) in der Farbe Anthrazit-Pearls der für ebenso hochqualitative und wettersichere Produkte bekannten Firma haushaut in Düren bei Köln decken zu lassen. Diese besondere Quadrat-Schindel eignet sich schon wegen ihrer beträchtlichen Ausmaße für große Dächer besonders.
Beraten wurde sie dabei vom haushaut-Vertriebsleiter für Österreich Eduard Egger ([email protected]). Durchgeführt wurden die Dacharbeiten durch das Unternehmen der Gebrüder Grossman OG aus dem benachbarten Gutenstein (www.gebr-grossmann.at ; [email protected]). Der Zufall wollte es, dass einer der Chefs und Inhaber der die Dacharbeiten ausführenden Firma ihre erste „Bauhandwerkerklasse“ besuchte.

Es gibt auf der gesamten Dachfläche nur einen einzigen Durchbruch: ein Wartungsfenster auf dem Teil über dem vorgezogenen Risalit-Bau. Auf der gesamten Dachfläche wurden aber Schneehaken angebracht; denn die Winter können in dieser generell schneereichen Gegend lang und hart sein.

Die Hausherrin ist mit dem auch ästhetisch sehr beeindruckenden Ergebnis hoch zufrieden und kann sich nun unter dem neuen Dach sorgsam Schritt für Schritt neuen Maßnahmen zuwenden. Als da wären die Verbesserung der Heizung, der Wasserversorgung, der Bäder usw.
Über ein vielleicht gar nicht allzu fernes Ziel denkt sie gerade nach, und zwar im alten Eiskeller neben dem Tanzsaal, der gegenwärtig als Atelier für eine ihrer Töchter, eine Schuh-Designerin, dient, zur Seite der Bibliothek, ein kleines Schwimmbad mit Gegenstromanlage einzubauen.
Wer sie kennt, hegt keinen Augenblick Zweifel daran, dass sie dazu imstande ist, den Gedanken in die Tat umzusetzen.
Davon wird man also sicher noch hören!



Schon von Weitem verhieß das Anwesen Wanderern und Pilgern früher friedliche Rast.


umbauen & modernisieren München, Spengler Fachjournal Graz, DachWand Wien
Dr. Diethelm Krull


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